Bürgerholz bei Burg  
Größe: 920,00 ha   
Landkreis: Jerichower Land   
Codierung: NSG0156___   
Verordnung:  VO v. 03.06.1997 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Magdeburg. - 6(1997)8 v. 15.07.1997), geändert mit Korrektur v. 12.03.1998 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Magdeburg. - 7(1998)4 v. 15.04.1998)   
Schutzziel
Schutz und Erhaltung der Auen- und Bruchwälder sowie der extensiv genutzten Wiesengesellschaften; Schutz der vom Aussterben bedrohten Großvogelarten 

Ansichten zum NSG "Bürgerholz bei Burg"

Lage
Das NSG (ca. 40 m ü. NN) befindet sich ca. 5 km nordöstlich der Stadt Burg und umfaßt einen Teil des Stadtforstes.

Geologische Beschaffenheit
Den Untergrund bilden im wesentlichen saaleglaziale Schmelzwassersande und -kiese. Zum Teil liegen diesen jüngere Talsande auf. Weichselkaltzeitliche Dünen sind den saaleglazialen Bildungen aufgesetzt.

Vegetation
Das NSG ist großflächig mit Wald bedeckt. Ein Gürtel aus Wirtschaftsgrünland unterschiedlicher Ausprägung umgibt das Bürgerholz. Kleine Reste einer Engelwurz-Kohldistel-Wiese (Angelico sylvestris-Cirsietum oleracei) sind noch vorhanden. An Gräben und in Senken treten Röhrichte (Phragmitetum australis) und Großseggenriede (Caricion elatae) auf. In Gräben und Schlenken kommt die Wasserfeder (Hottonia palustris) vor.

Einen großen Anteil am Gebiet haben die Erlenbruchwälder (Carici elongatae- Alnetum). Die feuchteren Ausbildungen dieser Waldgesellschaften im östlichen und südlichen Teil weisen in der Krautschicht die Sumpf-Segge (Carex acutiformis) als dominierende Pflanze auf. Daneben treten u. a.

Die Erlenbruchwälder (Carici elongatae- Alnetum glutinosae) im westlichen Teil des Gebietes sind in der Krautschicht durch die Große Brennessel (Urtica dioica) gekennzeichnet.
Das verstärkte Aufkommen der
Esche (Fraxinus excelsior) und das Auftreten typischer Auenwaldpflanzen sind Anzeichen für einen gesunkenen Grundwasserstand.

Auf den grundwasserferneren Standorten des zentralen östlichen Teiles ist ein Schattenblümchen-Rotbuchenwald (Maianthemo-Fagetum) die bestimmende Waldgesellschaft mit Stieleiche (Quercus robur), Hängebirke (Betula pendula) und vereinzelt Kiefer (Pinus sylvestris). Die Krautschicht prägen

Im Nordosten des Gebietes stockt ein Eichen-Ulmen-Hartholzauenwald (Querco-Ulmetum minoris), in dem Stieleiche (Quercus robur), Flatterulme (Ulmus laevis) und Esche (Fraxinus excelsior) dominieren. In höheren Lagen tritt die Hainbuche (Carpinus betulus) verstärkt in dieser Waldgesellschaft auf. Erwähnenswert ist das Vorkommen der Orchidee Großes Zweiblatt (Listera ovata).

Als Vorwaldstadien schließen sich teilweise Birken- und Birken-Eichenwälder an die Erlenwälder an. In den Randlagen zu den Erlenbrüchen hat die Orchidee Breitblättrige Sitter (Epipactes helleborine) ihren Lebensraum.
Im Südosten des NSG treten ausgedehnte Kiefernforste auf.

Fauna
Das NSG mit seinem hohen Altholzanteil ist Brutgebiet und Lebensraum von

Vorkommende Kriechtierarten sind Ringelnatter (Natrix natrix) und Waldeidechse (Lacerta vivipara).

Die Lurche


Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen
Das NSG verfügt über einen guten Zustand. Ungenutzte Flächen sind unbedingt zu mähen. Der Wasserstand sollte auf hohem Niveau gehalten werden. Das Befahren des Schutzgebietes ist zu unterbinden, um Störungen zu vermeiden.
Das NSG ist als FFH-Gebiet von der EU bestätigt.


LiteraturverzeichnisAutorenverzeichnis